Ich bin ein großer Fan von Liveaufnahmen – das transportiert einfach mehr Emotionen als eine antiseptische Studionummer, die aus 25 Takes und 40 Stunden Tontechnikergefrickel entstanden ist. Klar setzt das voraus, dass die Musiker ihr Handwerk beherrschen und souverän spielen und singen können – heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Von klinisch toter Loop- und Sampler-Berieselung will ich gar nicht erst reden, das ist einfach nur Muzak.
Und wenn schon nicht auf der Bühne sondern im Studio, dann präferiere ich auch da das gemeinsame simultane Einspielen eines kompletten Stückes, das lebt und atmet einfach! Dafür bin ich gerne bereit, kleinere Unzulänglichkeiten – sowohl musikalischer Art (da machen Menschen Musik, nicht Computer!) als auch technischer Art (z.B. Übersprechen zwischen den Spuren) – zu akzeptieren; dafür bekomme ich handgemachte Musik ohne Gentechnik! Und wenn man hinterher bei der Bearbeitung nicht alles totkomprimiert – Stichwort “Loudness War” – lebt die Musik dann immer noch.
Auch aus technischer Sicht ist das für mich hochinteressant – da muss alles auf den Punkt passen, es gibt keine zweite Chance! Da habe ich auch am Rechner Lampenfieber …