Posts Tagged ‘Recordingsession’

Livemitschnitt bearbeiten

Samstag, Mai 15th, 2010

Bei der Bearbeitung einer Mehrspuraufnahme aus dem Bereich “Rock / Punk / Metal” gehe ich immer mehr oder weniger gleich vor:

  1. Schlagzeug bearbeiten:
    1. Bassdrum: Die Bassdrumspuren (nicht selten sind es zwei) werden zunächst einzeln bearbeitet: Mit einem Noisegate wird das Nutzsignal herausgefiltert bzw. freigestellt, mit einem EQ der Klang optimiert; dazu gehört häufig, irgendwelche Pappfrequenzen in der Mitte abzusenken. Im Falle von zwei Spuren werden diese auf einen Bus geroutet und dort wird die Bassdrum noch mit einem Compressor bearbeitet, sonst kommt dieser auf die eine vorhandene Spur.
    2. Snare: Die Snarespuren (nicht selten sind es zwei) werden  zunächst einzeln bearbeitet: Mit einem Noisegate wird das Nutzsignal herausgefiltert bzw. freigestellt, mit einem EQ der Klang optimiert; dazu gehört häufig, irgendwelche Pappfrequenzen in der Mitte abzusenken und meist auch ein Low Cut. Im Falle von zwei Spuren werden diese auf einen Bus geroutet und dort wird die Snare noch tmit einem Compressor bearbeitet, sonst kommt dieser auf die eine vorhandene Spur.
    3. Toms: Die Toms werden auf eine Stereospur geroutet und vernünftig im Panorama verteilt. Meist ist eine weitergehende Bearbeitung nicht erforderlich, ein Compressor und evtl. ein Noisegate reichen.
    4. Becken: Beckenspuren wie Hihat oder Ride werden einzeln mit einem EQ bearbeitet, hier ist ein Low Cut immer sinnvoll.  Dann werden diese auf eine Stereospur geroutet und dabei sinnvoll gepant.
    5. Overhead: Die beiden Overheadspuren werden auf eine Stereospur geroutet und dabei sinnvoll gepant. Auf der Stereospur wird dann ein EQ eingesetzt, es dürfte fast immer ein Low Cut sinnvoll sein.
    6. Gesamtes Drumset: Die einzelnen Busse (Bassdrum, Snaredrum, Toms, Becken, Overhead) werden auf einen Stereobus geroutet, mit den einzelnen Bussen wird ein ausgewogenes Klangbild und Lautstärkeverhältnis des gesamten Drumsets eingestellt. Auf dieser Gesamt-Drumspur sitzt noch ein Compressor, der das komplette Drumset zusammenschweißt und nun kann mit einem einzigen Regler das komplette Drumset in den Gesamtmix eingefügt werden.
  2. Bass bearbeiten: Praktisch jeder aktuelle Bassverstärker hat einen eingebauten DI-Out, über den man ihn optimal abnehmen kann. Zur Bearbeitung genügen meist EQ und Compressor.
  3. Gitarren bearbeiten: Jedes Gitarrensignal wird getrennt bearbeitet, sinnvoll sind meist ein Noisegate und ein EQ; Compressor hat bei verzerrten Gitarren keinen Sinn, das Signal ist ja schon komprimiert. U.U. kann man den Sound über Effekte wie Chorus noch etwas anfetten, bei einem Livemitschnitt geht echtes Doppeln ja nicht. Alle Gitarrensignale werden dann auf einen Gitarrenbus geroutet und dabei sinnvoll gepant, damit man hinterher mit einem Regler die Gitarren in den Gesamtmix einfügen kann.
  4. Gesang bearbeiten: Jede Gesangsspur wird zunächst einzeln bearbeitet. Hier ist insbesondere ein EQ sinnvoll, meist auch ein Noisegate – wenn es nicht gerade Flüsterpassagen gibt. Bei mehrere Gesangsspuren werden diese dann auf einen Bus geroutet und dabei entsprechend gepant. Hier ist es sinnvoll, über ein Send Reverb auf den Gesang  zu geben und evtl. auch etwas Kompressor.

Schlagzeug-Studiosession

Montag, April 19th, 2010

Neulich hatte ich eine Studio-Session mit dem Schlagzeuger Joachim Fuchs-Charrier:

Schlagzeugrecording

Schlagzeugrecording

16 Spuren waren voll, allerdings war auch etwas Experimentieren mit dabei:

  • An der Bassdrum des rechten Fußes war nicht nur ein Mikrofon im Loch des Resonanzfelles platziert, sondern davor auch ein selbstgebautes Kickmic – für den tiefen Wumms.
  • Overhead wurde gleich auf drei Varianten aufgenommen, um hinterher Auswahl zu haben.

Die Deckenhöhe ist nicht übermäßig üppig, aber was man auf dem Foto sieht ist nur die abgehängte Decke mit Akustikplatten, die eigentliche Decke des Gebäudes ist ein schönes Stückchen höher. Durch die Akustikdecke, den Teppich auf dem Boden und die Vorhänge ist der Raum ziemlich trocken und ohne störenden Nachhall.

Vergleich Overhead-Mikrofonierungstechniken

Montag, März 22nd, 2010

Overheadmikrofone können auf unterschiedliche Art und Weise angeordnet werden. Im vorausgegangenen Post werden nicht nur unterschiedliche Mikrofone verwendet, sondern diese sind auch jeweils unterschiedlich angeordnet. Hier geht es nun nicht um die klanglichen Unterschiede der Mikrofone, sondern um die räumliche Abbildung des Drumsets – Hörbeispiele wie gesagt im vorangegangenen Blogpost.

Es ist schon klar, dass eine unterschiedliche Anordnung auch den Klang beeinflussen kann und dieser am Ende wieder einen anderen Raumeindruck hinterlässt; es soll ja auch kein hochwissenschaftliches Experiment sein, das für eine Promotion taugt, sondern einfach zeigen, welche Möglichkeiten es gibt.

Ich bin gespannt auf eure Kommentare, welche Mikrofonanordnung in euren Ohren welche Vorteile hat.

Ergänzung: Auflösung

Vergleich Overhead-Mikrofone

Montag, März 22nd, 2010

Neulich konnte ich verschiedene Overhead-Mikrofone gleichzeitig für eine Aufnahme nutzen.

Mehr wird heute nicht verraten – ich ermuntere aber meine Leser, in den Kommentaren die Aufnahmen mit diesen Mikrofonen in eine qualitative Rangfolge zu bringen. Hier interessiert wirklich nur der Klang, nicht die räumliche Abbildung, da die Mikrofone unterschiedlich angeordnet waren. Die Auflösung erfolgt dann in einem späteren Blogpost, auch mit Fotos.

Zur Sicherheit noch ein paar Bemerkungen:

  • Panning hart links bzw. rechts.
  • Normalisiert für gleichen Pegel.
  • Keine weiteren Bearbeitungen, kein EQ, kein sonstwas.
  • Es sind nur die Overheadmikrofone, keine Snaremikros, keine Tommikros, keine Bassdrummikros, kein Hihatmikro ist mit dazu gemischt.

Tommikrofonierung

Freitag, Januar 15th, 2010

Zur Mikrofonierung von Toms ist das Beyerdynamic Opus 87 gut geeignet:

Tommikrofonierung mit Opus 87

Tommikrofonierung mit Opus 87

Die Klemme zur Befestigung an der Trommel ist sehr gut – geht schnell und hält einwandfrei – und der Stativverhau wird nicht noch größer. Durch den Schwanenhals lässt sich die Kapsel wunschgemäß positionieren. Bei sechs Toms gehen mir dann irgendwann mal die Opus 87 aus – dann mache ich halt mit Beyerdynamic Opus 53 weiter – auch wenn dann wieder Stative herumstehen:

Tommikrofonierung mit Opus 53

Tommikrofonierung mit Opus 53

Ich glaube, ich muss mir für solche Fälle mal die Mikrofonklemme einzeln kaufen.