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Drumset abmischen in Logic

Freitag, Mai 28th, 2010
Drumset: Eingangsspuren

Drumset: Eingangsspuren

Hier sieht man die 11 Schlagzeugspuren eines Livemitschnittes:

  1. Bassdrum Mikrofon 1: Ein Noisegate stellt die Signale frei, ein EQ passt den Klang an, das Ergebnis geht auf Bus 1. Auf der Bassdrumspur sollte nach dem Noisegate eigentlich wirklich nur die Bassdrum zu hören sein – es sei denn, der Drummer ist manchmal etwas fußschwach, prügelt aber gleichzeitig die Snare wie verrückt; dann kommt manchmal auch etwas Snare mit durch, wenn man die Bassdrum nicht abwürgen will. Beim EQ kann man irgendwo einen High Cut setzen, die Bassdrum ist ja nicht das Hochtoninstrument. Im Mittenbereich liegen meist irgendwelche Pappfrequenzen, die sie so klingen lassen, als würde man auf einen alten Pappkarton schlagen – diese Frequenzen müssen abgesenkt werden. Der Rest erfolgt nach Geschmack – je nachdem, wieviel Attack und wieviel Wumms man haben möchte.
  2. Bassdrum Mikrofon 2: Siehe 1.
  3. Snaremikro Top: Ein Noisegate stellt die Signale frei, ein EQ passt den Klang an, das Ergebnis geht auf Bus 2. Wenn der Schlagzeuger vom Typ “Prügler” ist, dann kann man die Snare mit dem Noisegate sehr gut freistellen. Bei zarteren Musikern, die außer Rimshots auch noch was anderes spielen, dringt manchmal auch noch ein anderes Instrument leicht durch – das ist aber kein besonderes Problem. Pappfrequenzen müssen auch hier abgesenkt werden und die Frequenz, bei der die Snare richtig knallt darf durchaus angehoben werden.
  4. Snaremikro Bottom: Siehe 2, wobei der Pegel deutlich abgesenkt ist, sonst kommt zuviel Teppichrascheln durch. Beim EQ dürfen hier durchaus die Höhen angehoben werden, diese Spur ist ja hauptsächlich für das Teppichrascheln zuständig. Es hat was von einer Glaubensfrage, ob beim unteren Mikrofon die Phase gedreht werden muss oder nicht; da hilft nur Ausprobieren und was besser klingt wird gemacht.
  5. Tom 1: Panning nach rechts und Routing auf Bus 3. Bei schön klingenden weil gut gestimmten Toms ist meist kein EQ erforderlich.
  6. Tom 2: Panning nach links und Routing auf Bus 3.
  7. Tom 3: Panning weiter nach links und Routing auf Bus 3.
  8. Hihat: Der EQ arbeitet vor allem als Low Cut, nach dem Panning nach rechts geht es auf Bus 4. Auf der Hihat-Spur hat man eigentlich auch immer die Snare mit drauf – damit muss man leben.
  9. Ride: Diese Spur ist gemutet, da das Ride kaum gespielt wurde und für ein paar Schläge ist es ausreichend auf den Overheads.
  10. Overhead links (auch wenn R an der Spur steht): Panning ganz nach links und ab auf Bus 5. Die Overheads waren hier leider etwas zu hoch angebracht. Für reine PA-Anwendung oder reine Studioaufnahmen, bei denen nur das Schlagzeug zu hören ist, ist das kein Problem. Beim Liverecording, insbesondere auf einer lauten Bühne, sollten sie nicht zu hoch über den Becken sein, sonst sind die Einstreuungen einfach zu stark.
  11. Overhead rechts (auch wenn L an der Spur steht): Panning ganz nach rechts und ab auf Bus 5.

Damit sind die einzelnen Instrumente bzw. Spuren sinnvoll gruppiert auf Busse geroutet, erforderliche individuelle Einstellungen bereits erledigt. Nun geht es an die Busse:

Drumset: Busse bearbeiten

Drumset: Busse bearbeiten

  1. Bassdrum: Hier sitzt nur noch ein Kompressor, die Einzelsignale der beiden Mikrofone wurden ja schon bearbeitet. Der Kompressor sorgt für einen gleichmäßigeren Lautstärkepegel der einzelnen Kicks und macht etwas Druck. Um die Mitte etwas luftiger zu bekommen erfolgte noch ein ganz leichtes Panning nach links – die Bassdrum steht vom Publikum aus gesehen ja auch etwas links von der Snare.
  2. Snare: Das Noisegate hier soll weniger die Signale freistellen als klangformend arbeiten. Danach folgen ein Kompressor und ein Enveloper. Der Send-Effekt auf Bus 20 ist ein Reverb, damit die Snare nicht zu trocken klingt. Im Rockbereich darf man durchaus so kräftig an die Snare herangehen,  beim Jazz wäre das verfehlt. Entsprechend zur Bassdrum wurde die Snare ganz leicht nach rechts gepannt.
  3. Toms: Das Noisegate stellt die Toms frei und beendet allzu langes Nachklingen, der Kompressor verschafft ihnen etwas Druck und sorgt für einen ausgeglicheneren Pegel.
  4. Cymbals: Hier passiert gar nichts, der EQ ist bei den Einzelspuren, z.B. der Hihat. Noisegate und Kompressor schaden hier mehr als sie nützen.
  5. Overhead: Nachdem auf den Overheads die Becken stark vertreten sind wird hier nur ein EQ eingesetzt und ganz bewusst kein Noisegate und kein Kompressor.

Alle diese Busse werden auf Bus 6 geroutet – und  zwar im gewünschten Lautstärkeverhältnis untereinander. Auf Bus 6 sitzt nochmal ein Kompressor, der das gesamte Drumset akustisch quasi zusammenschweißt – und mit diesem Fader kann nun das komplette Drumset in den Mix eingefügt werden.

Schlagzeugmikrofonierung für Live und Recording

Mittwoch, Mai 12th, 2010

Das im vorigen Blogpost gezeigte Cube-Drumset wurde für die PA und den Live-Mitschnitt wie folgt mikrofoniert:

Im Loch des Resonanzfelles war ein Audix D6, in der Bassdrum lag ein Shure SM 91:

Bassdrummikro

Bassdrummikro

An der Snare war oben und unten je ein Shure SM57:

Snaremikro oben

Snaremikro oben

Snaremikro unten

Snaremikro unten

An jedem der drei Toms war ein Sennheiser e904:

Tommikro

Tommikro

Als Overheadmikros kamen zwei AKG C3000 zum Einsatz:

Overheadmikros

Overheadmikros

Das Ridebecken wurde von unten abgenommen:

Ridemikro

Ridemikro

Auch die Hihat wurde von unten abgenommen:

Hihatmikro

Hihatmikro

Das macht zusammen 11 Spuren für das Drumset – damit kann man sowohl am FOH-Pult für die PA etwas anfangen als auch in der DAW beim Bearbeiten des Livemitschnittes.

Vergleich Overhead-Mikrofonierungstechniken

Montag, März 22nd, 2010

Overheadmikrofone können auf unterschiedliche Art und Weise angeordnet werden. Im vorausgegangenen Post werden nicht nur unterschiedliche Mikrofone verwendet, sondern diese sind auch jeweils unterschiedlich angeordnet. Hier geht es nun nicht um die klanglichen Unterschiede der Mikrofone, sondern um die räumliche Abbildung des Drumsets – Hörbeispiele wie gesagt im vorangegangenen Blogpost.

Es ist schon klar, dass eine unterschiedliche Anordnung auch den Klang beeinflussen kann und dieser am Ende wieder einen anderen Raumeindruck hinterlässt; es soll ja auch kein hochwissenschaftliches Experiment sein, das für eine Promotion taugt, sondern einfach zeigen, welche Möglichkeiten es gibt.

Ich bin gespannt auf eure Kommentare, welche Mikrofonanordnung in euren Ohren welche Vorteile hat.

Ergänzung: Auflösung

Vergleich Overhead-Mikrofone

Montag, März 22nd, 2010

Neulich konnte ich verschiedene Overhead-Mikrofone gleichzeitig für eine Aufnahme nutzen.

Mehr wird heute nicht verraten – ich ermuntere aber meine Leser, in den Kommentaren die Aufnahmen mit diesen Mikrofonen in eine qualitative Rangfolge zu bringen. Hier interessiert wirklich nur der Klang, nicht die räumliche Abbildung, da die Mikrofone unterschiedlich angeordnet waren. Die Auflösung erfolgt dann in einem späteren Blogpost, auch mit Fotos.

Zur Sicherheit noch ein paar Bemerkungen:

  • Panning hart links bzw. rechts.
  • Normalisiert für gleichen Pegel.
  • Keine weiteren Bearbeitungen, kein EQ, kein sonstwas.
  • Es sind nur die Overheadmikrofone, keine Snaremikros, keine Tommikros, keine Bassdrummikros, kein Hihatmikro ist mit dazu gemischt.

MS-Stereoaufnahme für Chor und Orchester

Mittwoch, März 17th, 2010

Bei der Aufnahme eines Chores – durchaus auch verstärkt um ein Orchester – kann eine geeignete Stereomikrofonierung ausreichend sein. Damit entgeht man von vornherein möglichen Problemen mit Laufzeitunterschieden und damit Phasenproblemen.

Mitte-Seite-Mikrofonierung

Mitte-Seite-Mikrofonierung

Neben XY- und AB-Stereomikrofonierung gibt es auch noch die MS-Mikrofonierung. Das obige Bild zeigt den entsprechenden Aufbau mit einem Mikrofon mit Achtcharakteristik für das Seitensignal und einem Mikrofon mit Nierencharakteristik darüber für das Mittensignal.

Hilfreich für die optimale Positionierung dieses Aufbaues ist ein Stativ, das einerseits weit genug noch oben und vorne reicht – und dann immer noch stabil und standfest steht. Die beiden Mikrofone waren in etwa 3,5 m Höhe angeordnet, etwas hinter der Dirigentin, um auch die recht weit vorne stehenden Solisten noch gut einfangen zu können.

MS-Stereomikrofonierung

MS-Stereomikrofonierung

Damit man bereits bei der Aufnahme kontrollieren kann, ob alles in Ordnung ist, sollte man in der DAW gleich die Dekodierung vornehmen:

Dekodierung einer MS-Aufnahme

Dekodierung einer MS-Aufnahme

So hat man auf dem Kopfhörer gleich das normale Stereosignal vorliegen.