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Singen mit Mikrofon

Donnerstag, September 6th, 2012

Gut zu singen ist eine Sache – gut mit Mikrofon zu singen ist eine andere Sache. Wer ersteres kann, kann nicht auch automatisch letzteres.

Mit Mikrofon zu singen will geübt sein; es ist schön, wenn ein Sänger übt – aber wenn er auf der Bühne mit Mikrofon auftritt, dann muss er auch das Singen mit Mikrofon üben. Was gehört alles dazu?

  • Richtiges Greifen des Mikrofons: Das Mikrofon hat einen Griff – und den nimmt man in die Hand und sonst nichts. Alle vorhandenen Öffnungen, z.B. der gesamte Mikrofonkorb oder evtl. vorhandene seitliche Luftöffnungen müssen immer unbedingt frei bleiben, da dies großen Einfluss auf die Richtcharakteristik des Mikrofons hat. Gesangsmikrofone für die Bühne haben immer eine Nieren- oder sogar Supernierencharakteristik, nehmen also Schall bevorzugt nur von vorne auf – nur so kann man auf einer Bühne arbeiten, ohne alle möglichen Einstreuungen im Mikrofonkanal zu haben. Werden Öffnungen zugehalten, dann wird aus der Nierencharakteristik aber eine Kugelcharakteristik, das Mikrofon nimmt alles auf, was es kriegen kann und die Rückkopplungsgefahr wird sehr groß.
  • Richtiges Verhalten bei Rückkopplungen: Pfeift es doch einmal, dann ist das Zuhalten des Mikrofons genau der falsche Weg – daraus resultiert eine Veränderung der Richtcharakteristik hin zur Kugel, das Pfeifen hört nicht auf, sondern wird schlimmer. Bei Rückkopplungen also weg vom Mikrofon, keinerlei Öffnungen dort zuhalten. Zeigt das Mikrofon natürlich genau auf einen Lautsprecher, nützt das alles nichts mehr.
  • Richtiges Ausrichten des Mikrofons: Der Sänger muss darauf achten, dass er mit seinem Mikrofon nicht auf Lautsprecher zeigt, aus denen sein Mikrofonsignal verstärkt kommt – dabei wären Rückkopplungen unvermeidlich. Häufig stehen vor dem Sänger Monitorboxen auf dem Boden – und nun muss der Sänger wissen, welche Richtcharakteristik sein Mikrofon hat. Nierenmikrofone nehmen von genau hinten am wenigsten auf – also muss dort die Monitorbox liegen. Supernieren nehmen zwar gezielter von vorne auf, aber leider auch genau von hinten etwas – daher darf dort gerade keine Monitorbox liegen, diese muss/müssen dann seitlich liegen.
  • Richtige Entfernung zum Mikrofon: Live-Gesangsmikrofone sind für Lippenkontakt ausgelegt, der Sänger berührt also den Mikrofonkorb mit den Lippen oder wenigstens fast, ein oder maximal zwei Zentimeter als Regelabstand sind auch noch in Ordnung. (Schon aus hygienischen Gründen sollte daher jeder Sänger sein eigenes, persönliches Gesangsmikrofon haben. Wenn im Rest der Band jeder Musiker vierstellige Beträge für sein Instrument samt Zubehör ausgibt, dann darf der Sänger durchaus einen dreistelligen Betrag in sein eigenes Gesangsmikrofon investieren.)
  • Richtiges Variieren des Mikrofonabstandes: Im Gesangskanal wird man meist einen Kompressor haben – den man aber dennoch nicht so einstellen möchte, dass er alles plattbügelt. Der Pegelunterschied zwischen leisen und lauten Gesangspassagen ist recht hoch, die leisen Stellen sind schnell zu leise, die lauten Stellen schnell zu laut. Als Notlösung sitzt der Mann am Mischer mit dem Finger am Gesangskanal und regelt laufend nach, was z.T. sekündlich erfolgen muss, quasi wortweise. Die bessere und auch professionelle Lösung ist, dass der Sänger geübt ist, den Mikrofonabstand passend zur Gesangslautstärke zu variieren – bei leisen Stellen nahe dran, bei lauten Stellen weiter weg, da können es dann auch mal 10 Zentimeter und mehr sein. Das muss aber geübt sein – der Sänger muss also mit Mikrofon und Gesangseinlage/PA üben, damit das richtig klappt.

Blumlein-Stereofonie

Donnerstag, August 30th, 2012

Das ist ganz einfach – ein Blümlein links, ein Blümlein rechts:

Bluemlein

Bluemlein

 

Für diese Stereoaufnahmetechnik werden zwei Mikrofone mit Acht-Charakteristik benötigt – typischerweise kommen daher Großmembrankondensatormikrofone oder Bändchenmikrofone zum Einsatz. Die Mikrofone werden um 90° zueinander gedreht montiert, eine Winkelhalbierende zeigt dabei auf die Mitte des Klangkörpers. Eine Dekodierung des Signals (wie bei MS-Stereofonie) ist nicht erforderlich.

Durch die Acht-Charakteristik werden auch rückwärtige Schallereignisse erfasst, ein gut klingender Raum ist also Voraussetzung für das Gelingen der Aufnahme – und bei Livemitschnitten ein Publikum, das keine Geräusche macht. Optisch unauffällig geht das natürlich nicht, Mikrofone mit Acht-Charakteristik sind meist nicht ganz klein und dann zwei Stück in dieser Anordnung, das ist recht voluminös.

3:1

Donnerstag, Juli 14th, 2011

Beim Fußball gibt es 0:0, 1:0, 1:1, 2:1, 3:0, 3:1, 4:2, usw. – in der Tontechnik dagegen nur 3:1.

Wird mit einem der bekannten Hauptmikrofonierungsverfahren gearbeitet (XY, AB, MS, usw.), dann spielt das keine Rolle, bei der Nahmikrofonierung mit vielen einzelnen Mikrofonen aber sehr wohl. Das Problem hierbei ist nämlich, dass ein und dasselbe akustische Signal dabei von mehr als einem Mikrofon aufgenommen wird. Je nach Entfernung der Schallquelle von den Mikrofonen und je nach Wellenlänge des Signals kann es nämlich passieren, dass die Phasenlage unglücklicherweise genau so ist, dass die Signale um 180° zueinander phasenverschoben sind, was zur Auslöschung führt. Diese Auslöschungen führen zu Klangveränderungen.

Was tun? Man kann dafür sorgen, dass die Mikrofone so weit auseinander stehen, dass ein Schallereignis mit dem weiter entfernten Mikrofon so viel leiser aufgenommen wird, dass der geschilderte unerwünschte Effekt dann vernachlässigt werden kann. Die Faustregel dazu lautet eben 3:1 – die Mikrofone müssen mindestens einen dreifach so großen Abstand voneinander haben wie zu den Schallquellen, wobei als Schallquelle durchaus auch Reflexionen von einer (zu) nahen Wand zählen.

Tuchel auf XLR

Dienstag, Mai 17th, 2011

Hier ein Klein-Tuchel-auf-XLR-Adapter:

Tuchel auf XLR

Tuchel auf XLR

Tuchel war früher ein gängiger Stecker bei Mikrofonen, heute ist es XLR; weitere Informationen dazu:

Mikrofonierungstipps “Jazzcombo”

Sonntag, Mai 15th, 2011

Jazzformationen sind meist eher klein und auch nicht die großen Radaumacher – das erleichtert die Mikrofonierung etwas, da es weniger Probleme mit dem Übersprechen gibt.

Wohl immer vorhanden ist ein Schlagzeug. Hier genügen meist vier Mikrofone: zweimal Overhead, einmal Snare von oben, einmal Bassdrum. Natürlich kann man den Aufwand erhöhen, aber das ist oft unnötig. Vielleicht die erste Erweiterung wäre ein Snaremikrofon auf der Unterseite.

Im Falle eines E-Basses erfolgt die Abnahme per DI-Box oder DI-Out des Amps, im Falle eines Kontrabasses per Tonabnehmer oder Mikrofon.

E-Bassabnahme per DI-Out

Kontrabassabnahme

Kontrabassabnahme

Mit Tonabnehmer ist das schon optimal, die Position der Abnahme ändert sich nie, Störgeräusche gibt es praktisch nicht, usw.; alternativ bietet sich ein Klebemikro an.

Bei einem akustischen Piano geht bei einem leisen Schlagzeuger durchaus eine Mikrofonierung von der Unterseite, ansonsten lieber von oben; nicht verkehrt ist ein in den Deckel geklebtes Grenzflächenmikrofon. Bei einem E-Piano nimmt man direkt ab, je nach Ausgängen des E-Pianos evtl. über eine DI-Box.

Flügelabnahme am Resonanzboden

E-Piano-Abnahme per DI-Box

Blasinstrumente sind mit einem Clipmikro gut bedient; wenn der Musiker ruhig stehen bleibt geht auch ein Mikrofon auf einem Stativ.

Saxophonmikrofonierung

Trompetenmikrofonierung

Trompetenmikrofonierung