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Drummix

Montag, Mai 23rd, 2011

Drummix ist kein Bewohner aus einem kleinen gallischen Dorf, sondern Arbeit.

Drummix

Drummix

Das Bild zeigt, welche Effekte auf welchen Spuren liegen, wie diese gepannt sind, wie diese zusammengefasst werden, usw. – heraus kommt ein Drumsound, als wenn man vor dem Set stünde. Ob dieser Mix im Gesamtkontext funktionieren würde ist eine ganz andere Frage – da muss man ganz anders ran und die Parameter der Effekte anders einstellen und zusätzlich wohl auch einige Automationen setzen.

Chormitschnitt bearbeiten (AB-Mikrofonierung)

Freitag, Mai 13th, 2011

Das Chorkonzert wurde aufgenommen mit Klein-AB als Hauptmikrofonierung, dazu zwei Stützen vor dem Chor, eine Grenzfläche auf dem Boden inmitten des kleinen Orchesters und ein Mikrofon als Stütze vor den Solosängern. Dann ging’s an die Nachbearbeitung:

Chorbearbeitung

Chorbearbeitung

Etwas EQ tut jedem Kanal gut, auch ein ganz behutsamer Kompressor hilft. Die Spuren der Chorstützen und des Orchesters brauchen etwas Reverb, damit sie zur Hauptmikrofonierung passen; letztere hat einen ordentlichen Raumanteil mit aufgenommen, die nahen Mikrofone natürlich nicht und das muss man anpassen.

Besonders intensiv wurde an den Sologesangsspuren gearbeitet, bis sie gut klingen, der Text einwandfrei verständlich ist, die Zisch-Laute nicht zu stark und nicht zu schwach sind, der Hall zum Rest passt, denn diese Spur ist – für eine Aufnahme in einer Kirche – verblüffend trocken, usw.

Hinzu kommt dann noch Automation auf dieser Spur, denn bei Stücken ohne Sologesang nimmt dieses Mikrofon ziemlich viel Chor mit auf, das stört und muss ausgeblendet werden, bei Sologesang muss es aufgefahren werden, da gab es teilweise etliche Automationspunkte zu setzen:

Gesangsautomation

Gesangsautomation

Chormitschnitt bearbeiten

Sonntag, Februar 20th, 2011

Und los geht’s!

Chor in Logic

Chor in Logic

  • Die Hauptmikrofone waren zwei Rode NT 5, da ist eigentlich schon alles ganz gut drauf. Zwei Schwierigkeiten gibt es dabei allerdings:
    • Die Solisten standen nicht mittig, sondern seitlich – das hört sich nun insbesondere mit Kopfhörer etwas seltsam an.
    • Der Chor hat – weil er hinter dem Orchester stand – relativ viel Raumanteil, was die Sprachverständlichkeit schmälert.
  • Die Chormikrofone waren zwei MXL 630S, diese waren aber etwa 5m näher am Chor als die Hauptmikrofone.
  • Das Stützmikrofon für die Solisten war ein sE Electronics Titan; die Spur ist sehr gut und mit verblüffend wenig Raumanteil, so trocken kann man das nicht zum Rest mischen.
  • Ob das Grenzflächenmikrofon auf dem Boden mitten im kleinen Orchester gebraucht wird, wird man sehen bzw. hören.

Analog Tape Compression

Samstag, Februar 5th, 2011
Analog Tape Compression

Analog Tape Compression

Kompressoren werden in der Musikbearbeitung schon sehr lange eingesetzt  - sogar schon zu Zeiten des guten alten Magnetbandes. Das Musiksignal wurde dabei durch die Magnetisierung von Partikeln auf dem Band aufgezeichnet. Lautere Signale ergaben dabei eine stärkere Magnetisierung. Allerdings ist dieser Zusammenhang nicht unbedingt linear, denn irgendwann gelangt man beim Band in die Sättigung, d.h. es ist schon alles vollständig magnetisiert, mehr geht dann nicht mehr. Das ist dann nichts anderes als ein Kompressor – denn eine Zunahme des Musiksignals bedeutet dann gerade bei hohen Pegeln keine weitere lineare Zunahme der Magnetisierung mehr.

Da der Übergang vom linearen Zusammenhang zwischen Pegel und Magnetisierung zum nichtlinearen Zusammenhang sehr sanft erfolgte und auch nur relativ schwach komprimiert wurde, empfand man das schon vor vielen Jahren als durchaus angenehm klingend. Dies kann man auch in der DAW mit einem entsprechend eingestellten Kompressor nachbilden, siehe Bild oben. Man erspart sich dabei Bandrauschen, Gleichlaufschwankungen, Übersprechen zwischen den Kanälen, usw.

Latenz

Freitag, Februar 4th, 2011

Latenz ist nichts, was man haben will – dennoch hat man manchmal damit zu kämpfen; ist bei einer Grippe übrigens auch nicht anders.

Mit Latenz wird eine Lauf- oder Verarbeitungszeit in (technischen) Systemen bezeichnet. Jedes Signal, das irgendwelche Systeme zu durchlaufen hat, benötigt dafür eine bestimmte Zeit. Wie lange das dauert hängt vor allem von der Komplexität des Systems ab.

Ein Gitarrenkabel ist ein eher einfaches System – dennoch bewegt sich dort das Signal auch nur maximal mit Lichtgeschwindigkeit vorwärts; bei einem 4 m langen Kabel braucht das Signal immerhin 13 ns für diesen Strecke. Das ist “nice to know”, wird den Musiker aber nicht wirklich stören. Vor allem dann nicht, wenn man bedenkt, dass der Schall vom Lautsprecher bis zum Ohr bei 4 m Entfernung 12 ms braucht, das ist etwa eine Million mal länger und kommt damit so langsam in einen Bereich, in dem man das merkt.

Wenn nun noch das Signal aufwändig in einer DAW bearbeitet wird, was auch wieder etliche Millisekunden benötigen kann, dann kann es spannend werden. Handelt es sich um eine reine und ausschließliche Aufnahmesituation, dann ist das noch harmlos – da stört es niemanden, ob das aufgenommene Signal ein paar Millisekunden früher oder später auf der Festplatte des Rechners landet. Kommt aber das Signal vom Rechner oder wird es durch den Rechner für Monitoringzwecke bearbeitet oder es wird zu bereits aufgenommenen Spuren gespielt, dann kann das ziemlich störend sein, wenn das Gespielte erst mit Verzögerung hörbar ist. Da ist dann jede eingesparte Millisekunde Latenz ein Gewinn.

Kein Schaden für eine niedrige Latenz ist ein schneller und richtig konfigurierter Computer; es genügt dazu eigentlich schon ein einigermaßen modernes Gerät mit einer sauberen Installation des Betriebssystems. Dann folgt die Audio-Konfiguraiton in der DAW-Software:

Latenz

Latenz

Latenz

Latenz

Wie man sieht hängt die Latenz von der Puffergröße ab: Weniger Puffer ergibt eine kleinere Latenz. Nun das große ABER! Eine kleine Puffergröße ist zwar schön, erhöht aber auch die Systemlast, speziell was die Prozessoren angeht. Irgendwann kommen diese nicht mehr nach und im Nutzsignal ist ein Knistern, Krachen, Knacken zu hören – ein deutliches Zeichen für eine zu kleine Puffergröße. Diese sollte daher so klein eingestellt werden, dass gerade noch keine Störgeräusche entstehen. In Studiosituationen lässt sich das in Ruhe ausprobieren, für einen Livemitschnitt geht man kein Risiko ein, da ist die Latenz unwichtig und es wird eine große Puffergröße eingestellt.

Auch der Einsatz von In-Ear-Monitoring kann helfen, die Latenz zu verringern, immerhin sitzt da der Lautsprecher wenige Millimeter vom Trommelfell entfernt und die Laufzeit für diesen Weg ist vernachlässigbar – kein Vergleich zu 13 ms für 4 m von der Lautsprecherbox zum Ohr!