Posts Tagged ‘Computer’

Festplattenschaden

Donnerstag, Mai 5th, 2011

SIABLOG war jetzt leider eine Zeit lang offline. Ursache war ein Festplattenschaden des Webservers.

Festplattenschaden

Festplattenschaden

Das Foto zeigt den Server, der viele Jahre lang problemlos seinen Dienst gemacht hat, als Colocation untergestellt bei einem großen Internetprovider in Nürnberg. Eines schönen Tages kam nichts mehr, keinerlei Webpräsenz von diesem Server, kein SSH-Login, nichts. Eine Supportanfrage per Mail gab mir eine LARA an meinem Server; das ist ein Gerät, das auf der einen Seite an den Server angeschlossen wird (Monitor, Tastatur, Maus), auf der anderen Seite einen Netzwerkanschluss hat. Per Webbrowser und Java-Applet kann man dann den Server aus der Ferne bedienen als säße man davor, auch wenn die Netzwerkanbindung des Servers selbst gestört ist. Der Bildschirm zeigte nichts Schönes, wilde Meldungen, die auf ein Problem mit den Festplatten hinwiesen. Eine weitere Supportanfrage und der Server wurde neu gebootet, ich schaute mir dann das BIOS des 3Ware-RAID-Controllers an. Auch das sah irgendwie nicht schön aus und ich hatte ernsthafte Bedenken, aus der Ferne mehr Schaden anzurichten als etwas Sinnvolles tun zu können. So bat ich dann darum, die Maschine einfach auszuschalten.

Tags darauf holte ich den Rechner aus Nürnberg ab. Das Problem hatte wirklich mit den Festplatten zu tun, die auf dem Foto ausgebaut obendrauf stehen. Ich hatte zwar ein Backup, aber – vorsichtig gesagt – nicht tagesaktuell. :-) Ich wollte daher schon gerne die Daten von den Festplatten retten, wozu hat man schließlich ein RAID1, da muss doch was gehen!

Der Rechner bootete jedenfalls nicht. Jeweils eine Platte direkt an den Festplattencontroller des Mainboards angeschlossen brachte auch nichts, auch ein Mounten von einem von CD gebooteten Knoppix aus ging nicht, Linux konnte mit den Platten einzeln nichts anfangen. Also doch wieder die Platten an den RAID-Controller anschließen und nachschauen. Seltsamerweise meldete das BIOS des RAID-Controllers nicht ein RAID-Array mit zwei Platten, sondern zwei Arrays mit je einer Platte – das ist nicht ok. Vermutlich klappte daher auch das Booten nicht, weil das System gar nicht weiß, von welchem Array es booten soll. Natürlich bietet das RAID-Controller-BIOS die Möglichkeit, eines der Arrays zu löschen – nur welches? Wo sind die Daten ok und welches ist die kaputte Platte? Also nochmal Knoppix booten und per smartctl die Plattendaten anschauen. Sieht soweit ok aus, eine der Platten meldete ein paar Fehler, die gelegentlich mal aufgetreten sind, aber nichts Ungewöhnliches. Das Löschen eines Arrays war einfach zu heiß.

Die Lösung war, nur eine der Platten an den Controller anzuschließen – das System fand dann ein Array mit einer Platte – natürlich degraded, aber das macht ja nichts. Booten klappte, es folgte ein langer Festplattencheck. Danach per scp die Daten retten – aber irgendwann kam nichts mehr und die Platte gab sehr unschöne Geräusche von sich. Also dasselbe mit der anderen Platte und da klappte es einwandfrei! Uff. Nun läuft SIABLOG auf einem gemieteten Root-Server, auch wieder mit RAID-1. Nicht ganz trivial war die Einrichtung auf dem neuen Server, aber es ist geschafft.

Latenz

Freitag, Februar 4th, 2011

Latenz ist nichts, was man haben will – dennoch hat man manchmal damit zu kämpfen; ist bei einer Grippe übrigens auch nicht anders.

Mit Latenz wird eine Lauf- oder Verarbeitungszeit in (technischen) Systemen bezeichnet. Jedes Signal, das irgendwelche Systeme zu durchlaufen hat, benötigt dafür eine bestimmte Zeit. Wie lange das dauert hängt vor allem von der Komplexität des Systems ab.

Ein Gitarrenkabel ist ein eher einfaches System – dennoch bewegt sich dort das Signal auch nur maximal mit Lichtgeschwindigkeit vorwärts; bei einem 4 m langen Kabel braucht das Signal immerhin 13 ns für diesen Strecke. Das ist “nice to know”, wird den Musiker aber nicht wirklich stören. Vor allem dann nicht, wenn man bedenkt, dass der Schall vom Lautsprecher bis zum Ohr bei 4 m Entfernung 12 ms braucht, das ist etwa eine Million mal länger und kommt damit so langsam in einen Bereich, in dem man das merkt.

Wenn nun noch das Signal aufwändig in einer DAW bearbeitet wird, was auch wieder etliche Millisekunden benötigen kann, dann kann es spannend werden. Handelt es sich um eine reine und ausschließliche Aufnahmesituation, dann ist das noch harmlos – da stört es niemanden, ob das aufgenommene Signal ein paar Millisekunden früher oder später auf der Festplatte des Rechners landet. Kommt aber das Signal vom Rechner oder wird es durch den Rechner für Monitoringzwecke bearbeitet oder es wird zu bereits aufgenommenen Spuren gespielt, dann kann das ziemlich störend sein, wenn das Gespielte erst mit Verzögerung hörbar ist. Da ist dann jede eingesparte Millisekunde Latenz ein Gewinn.

Kein Schaden für eine niedrige Latenz ist ein schneller und richtig konfigurierter Computer; es genügt dazu eigentlich schon ein einigermaßen modernes Gerät mit einer sauberen Installation des Betriebssystems. Dann folgt die Audio-Konfiguraiton in der DAW-Software:

Latenz

Latenz

Latenz

Latenz

Wie man sieht hängt die Latenz von der Puffergröße ab: Weniger Puffer ergibt eine kleinere Latenz. Nun das große ABER! Eine kleine Puffergröße ist zwar schön, erhöht aber auch die Systemlast, speziell was die Prozessoren angeht. Irgendwann kommen diese nicht mehr nach und im Nutzsignal ist ein Knistern, Krachen, Knacken zu hören – ein deutliches Zeichen für eine zu kleine Puffergröße. Diese sollte daher so klein eingestellt werden, dass gerade noch keine Störgeräusche entstehen. In Studiosituationen lässt sich das in Ruhe ausprobieren, für einen Livemitschnitt geht man kein Risiko ein, da ist die Latenz unwichtig und es wird eine große Puffergröße eingestellt.

Auch der Einsatz von In-Ear-Monitoring kann helfen, die Latenz zu verringern, immerhin sitzt da der Lautsprecher wenige Millimeter vom Trommelfell entfernt und die Laufzeit für diesen Weg ist vernachlässigbar – kein Vergleich zu 13 ms für 4 m von der Lautsprecherbox zum Ohr!

Livemitschnitt

Samstag, Mai 8th, 2010

Gestern machte ich von mehreren Bands einen Livemitschnitt – ich war nur für den Livemitschnitt zuständig. Die Bühnensignale wurden gesplittet und für die Aufnahme in zwei Mackie 1640 Pulte mit Firewirekarte geführt, von dort ging es in den Rechner. Das Kaskadieren von Firewireinterfaces ist ja auf dem Mac besonders einfach. Die Pulte waren nur für die Aufnahme, außer dem Gain-Regler wurde von den Pulten nichts benötigt, aber sie waren schlicht problemlos verfügbar.

Recordingplatz

Recordingplatz

Audiotechnik-Workshop

Mittwoch, April 21st, 2010

Am 20. April 2010 führte ich einen Audiotechnik-Workshop für interessierte Einsteiger und schon Eingestiegene durch. Da nur ein halber Tag zur Verfügung stand war alles sehr komprimiert und die Teilnehmer wurden mit einer geballten Ladung an Informationen überschüttet.

Mikrofonkoffer

Mikrofonkoffer

Angefangen von einer soliden Einführung in die Mikrofontechnik (Funktionsprinzipien, Richtcharakteristiken, Bauformen, Einsatzbereiche) über Mischpulte und deren Bedienung (Gain, EQ, Aux, Pan, Fader, Solo, Mute, Gruppen, Effekte, Sends, usw.) über Endstufen und Boxen (aktiv, passiv) wurde alles Wesentliche behandelt, auch Dinge wie Cases für die Ausrüstung, richtiges Wickeln von Kabeln (Lassotechnik), Wahl guter Stative.

Recording-Mischpult mit Firewire

Recording-Mischpult mit Firewire

Pult mit Effektsektion

Pult mit Effektsektion

Damit hat für die Teilnehmer dieses riesige Fachgebiet etwas Struktur bekommen, die vielen Knöpfe am Mischpult schrecken nicht mehr ab, Anschaffungen können sinnvoll geplant werden. Den Abschluss bildete eine Einführung in Mehrspuraufnahmen und ein grober Überblick über die Bearbeitungsmöglichkeiten am Computer.

Firewire 400 und 800

Freitag, April 9th, 2010

Viele neuere Rechner haben häufig nur noch Firewire 800, die Audiointerfaces meist aber noch Firewire 400. Klar gibt es Adapterkabel zwischen Firewire 400 und 800:

Firewire 800 und 400

Firewire 800 und 400

Links ist der Stecker für Firewire 800 abgebildet, rechts der sechspolige Stecker von Firewire 400.

Die Frage ist aber, ob es mit der Kompatibilität wirklich so ist wie beschrieben – dass ein 400er-Audiointerface an einem 800er-Firewireanschluss funktioniert. Zumindest an meinem MacBook Pro – der beide Varianten hat – funktionieren meine beiden Phonic Firefly 808 auch über das Adapterkabel an den 800er-Anschluss gestöpselt einwandfrei:

Interfaces am Mac

Interfaces am Mac

Unter “Gerät” verbirgt sich ein virtuelles Gerät, bei dem die beiden real vorhandenen Interfaces über das Audio-MIDI-Setup zu einem großen Interface kaskadiert werden, um in Logic die 16 Mikrofonkanäle simultan nutzen zu können.