
Bläserplatz
Hier wird geblasen – Trompete, Flügelhorn, Saxophone, Posaune.

Bläserplatz
Hier wird geblasen – Trompete, Flügelhorn, Saxophone, Posaune.
Spielt ein Musiker – z.B. ein Blechbläser – im Livekonzert ein Solo, dann konzentriert sich jeder Zuhörer automatisch sowohl optisch wie akustisch auf diesen Solisten und dessen Solo tritt klar hervor. Hört man jedoch die Aufnahme desselben Konzertes, geht das Solo doch leicht unter, außerdem stört eventuell, dass es ziemlich stark auf einer Seite liegt (wenn der Musiker dort stand) und nicht in der Mitte.
Wie kann man nun die Aufnahme so bearbeiten, dass dieses Solo vorne und mittig steht?
Vier Maßnahmen sind hier u.a. denkbar:
In diesem Fall ist das der Bus 11. Dort liegt nur ein Kompressor, der ruhig ziemlich kräftig konfiguriert werden kann. Über den Send-Regler wird nun eingestellt, wie stark dieses kräftig komprimierte Signal dem Originalsignal hinzugemischt wird. Das macht dieses Instrument nicht nur lauter, sondern es klingt auch präsenter, weiter vorn stehend. Selbstverständlich muss darauf geachtet werden, dass die Summe nicht übersteuert.
Diese Einstellungen müssen im richtigen Moment und mit der richtigen Änderungsrate vor Beginn des Solos und entsprechend rückwärts am Ende des Solos erfolgen. Dabei ist die Automation eine große Hilfe:
Die oberste Automationskurve ist hier das Volume, die zweitoberste das Panning, die drittoberste (und markierte) das Send für die parallele Kompression und die unterste das Send für das Reverb. Damit können die gewünschten Parameteränderungen in aller Ruhe konfiguriert werden und sie werden dann am Ende beim Bouncen des Mixes genau so ins Endergebnis übernommen.
Gestern abend war ich bei einem Konzert von German Brass. Klasse! Die Jungs spielen sehr sehr gut und haben ein unglaublich breites Repertoire: Im ersten Teil war es klassiklastig, wobei mir als großem Verehrer von Johann Sebastian Bach die verschiedenen Bach-Werke besonders gut gefallen haben – und es war ein ganz neues Erlebnis, bekannte Werke auf Blechbläser adaptiert zu hören. Der zweite Teil war moderner und enthielt viele Jazzanteile – auch hier waren die Musiker absolut souverän. Ebenfalls ein Genuss waren die Ansagen mit viel Sprachwitz.
Abschließend kann man nur sagen: Wer die Gelegenheit hat, diese Truppe einmal zu hören sollte diese Chance nutzen – mit verstaubter Blasmusik wie vielleicht manche glauben hat das absolut nichts zu tun.
Dem lokalen Veranstalter scheint die Versammlungsstättenverordnung allerdings nicht bekannt zu sein – die Bestuhlung in der Halle war ohne Reihenverbinder aufgebaut, obwohl solche in die Stühle eingebaut sind. Man mag sich das dadurch mögliche Chaos gar nicht vorstellen …