Bei der MS-Mikrofonierung steht MS für Mitte – Seite; dazu werden zwei Mikrofone verwendet: Ein Mikrofon mit der Richtcharakteristik “Acht” nimmt das Seitensignal auf, also den Schall, der von links und rechts kommt. Ein weiteres Mikrofon nimmt den Schall aus der Mitte auf; es kann die Richtcharakteristik “Kugel” haben, aber auch “Niere” ist möglich. Interessant ist nun, wie man daraus das “normale” Stereosignal mit links und rechts bekommt, denn das braucht man ja am Ende.
Das Mittenmikrofon nimmt offensichtlich alle Schallanteile auf, also alles aus der Mitte und was von rechts und links kommt; es gilt also für das Mittensignal:
M= L + R
Das Seitenmikrofon nimmt z.B. auf der linken Seite den Schall von der linken Seite auf, durch die Richtcharakteristik “Acht” aber abzüglich des Anteils von der rechten Seite, weil dieser ja gegenläufig ist; es gilt also für das Seitensignal:
S= L – R
Nun muss man nur noch etwas rechnen – man bildet das Summen- und das Differenzsignal von M und S:
M + S = (L + R) + (L – R ) = 2*L
M – S = (L + R) – (L – R)= 2*R
Das Summensignal ist also der linke Kanal, das Differenzsignal der rechte Kanal eines üblichen Stereosignals. Der Faktor 2 tut nicht weh, er ist einfach nur ein Verstärkungsfaktor. Diese Summen- und Differenzbildung kann man natürlich in Software völlig problemlos bilden, aber auch im analogen Zeitalter gab es dafür technische Lösungen.
Da sich beide Mikrofone am selben Ort befinden handelt sich bei diesem Verfahren um Intensitätsstereofonie, denn Laufzeitunterschiede gibt es keine. Mit der Monokompatibilität gibt es keinerlei Probleme, ist das Mitte-Signal ja ein reines Monosignal mit allen Informationen.
Informationen zur Dekodierung dieses Signales folgen in einem späteren Blogpost.

[...] Theoretischer Hintergrund: http://studio-in-a-box.de/siablog/?p=1027 [...]