
Logic-Compressor
So sieht ein Compressor in einer DAW aus – in diesem Fall in Logic Express 9.
Auf den ersten Blick viele Verstellmöglichkeiten, an denen man so lange rumschraubt, bis es gut klingt. Hilfreich ist aber, zu wissen, welche Regler welche Parameter beeinflussen und welche Auswirkungen dabei zu erwarten sind.
Ein Kompressor macht zunächst einmal leiser – alles unter einer einstellbaren Schwelle, dem “Compressor Threshold”, bleibt unverändert, 1 dB mehr am Eingang gibt 1 dB mehr am Ausgang. Ab dem Threshold sieht es aber anders aus, da werden die Signale abgeschwächt. Wie stark, das gibt der “Ratio” an. In obigem Beispiel ist der Threshold auf -28,5 dB eingestellt, bis dahin werden die Signale 1:1 durchgereicht. Lautere Signale werden aber im Verhältnis 3,5:1 abgeschwächt, Eingangssignale über -28,5 dB müssen um 3,5 dB lauter werden, damit am Ausgang 1 dB mehr herauskommt. Dies zeigt auch die grafische Darstellung; nach rechts ist die Stärke des Eingangssignals aufgetragen, nach oben die Stärke des Ausgangssignals. Bis -28,5 dB ergibt 1 dB mehr am Eingang auch 1 dB mehr am Ausgang, die Kurve steigt mit 45 Grad. Über -28,5 dB steigt die Kurve aber viel flacher, jetzt muss das Eingangssignal um 3,5 dB wachsen, damit das Ausgangssignal um 1 dB zunimmt. Das ist die Grundfunktion eines Kompressors, alles weitere sind Optimierungen.
Attack ist die Zeit, ab wann der Kompressor eingreift, wenn der Threshold überschritten wurde. Im obigen Beispiel greift der Kompressor erst 62,0 ms nach einer Thresholdüberschreitung ein, zuvor lässt er das Signal ungehindert passieren, danach regelt er es mit dem eingestellten Ratio.
Release ist die Zeit, nach der der Kompressor das Signal wieder ungehindert passieren lässt. Im obigen Beispiel wird bis zu 160,0 ms nach Unterschreiten des Threshold das Signal noch heruntergeregelt, erst danach wird es wieder 1:1 durchgelassen.
Gain gibt an, um wieviel dB das Ausgangssignal verstärkt wird, da der Kompressor selbst Signale ja nur abschwächt.
Knee rundet den Knick im Bereich des Threshold ab, damit der Einsatz der Kompressorwirkung nicht so hart ist, die Steigung der Kurve sich nicht mehr schlagartig ändert – der Knick wird durch eine Ausrundung ersetzt.
Der Limiter kann das Signal begrenzen, um Übersteuerungen zu verhindern.

