Archive for Oktober, 2009

MP3 schneiden

Freitag, Oktober 30th, 2009

Hin und wieder taucht die Fragestellung auf, wie man MP3 schneiden könne. Hier nun ein sehr leicht umzusetzender Vorschlag:

MP3 schneiden

MP3 schneiden

Wer es selber mal probieren will – hier ist die Vorlage dazu.

Automation

Donnerstag, Oktober 29th, 2009

Automation ist ein tolles Feature einer DAW-Software – dabei werden bestimmte Parameter von der Software in Abhängigkeit von der Zeit gesteuert.

Hä?

Zwei Beispiele aus der Praxis helfen weiter. Dabei wurde eine Jazz-Combo aufgenommen – zwar im Studio, aber es spielten alle simultan ein, um das Jazz-Feeling nicht zu verlieren.

  1. Auf dem Gesangsmikrofon gibt es Einstreuungen der Instrumente. Dabei ist der Raumanteil erheblich, das macht den Klang indirekt. Daher wird in Gesangspausen der Pegel des Gesangsmikrofons heruntergefahren. Früher zu Zeiten der reinen Analogtechnik saß der Tonmensch am Mischpult und musste genau im richtigen Moment in der richtigen Geschwindigkeit die Schieberegler hoch- und runterziehen, was durchaus Übung und mehrere Anläufe erforderte, bis die gewünschte Mischung auf dem Tonband war. Heute kann der gewünschte zeitliche Verlauf mit der Maus eingezeichnet werden und die Software steuert dann den Pegel genau so. Alternativ kann die Software auch den gewünschten Verlauf aufzeichnen, der per Maus oder Controller eingegeben wird. Mir persönlich ist das Einzeichnen mit der Maus am liebsten:
    Automation einer Gesangsspur

    Automation einer Gesangsspur

    In den Gesangspausen wurde der Pegel nur reduziert, nicht ganz heruntergefahren, das klänge dann doch komisch.

  2. Das Trompetensolo: Ist man bei einem Konzert live dabei, dann konzentriert man sich bei einem Solo unwillkürlich sowohl optisch als auch akustisch auf den Solisten und dessen Solo tritt klar hervor. Hört man nur eine Aufnahme an, geht ein Solo leicht unter. Es ist daher meist sinnvoll, ein Instrument während eines Solos etwas lauter zu regeln.
    Der Trompeter ist natürlich nicht alleine, sondern gehört zu einer ganzen Bläsersektion bestehend aus zwei Saxophonen, zwei Klarinetten und einer Posaune. Diese ganzen Bläser müssen natürlich etwas im Panorama verteilt werden, sonst sitzt am Ende ja alles genau in der Mitte. Es ist kein Problem, den Trompeter rechts ins Panorama zu schieben – da stand er ja auch wirklich. Eigenartig klingt allerdings ein Solo, wenn es stark rechtslastig aus den Lautsprechern kommt – auch hier wieder ein Effekt, der im Konzert gar nicht auffällt, da man sich akustisch und optisch auf den Solisten konzentriert. Sinnvoll ist es nun, den Trompeter nur während seines Solos mehr in die Mitte des Panoramas zu ziehen.
    Die entsprechenden Automationsverläufe können wie oben schon geschildert mit der Maus eingezeichnet werden:

    Automation eines Trompetensolos

    Automation eines Trompetensolos

    Hier ist in grün die Automationskurve für das Panorama zu sehen: Beim kompletten Bläsersatz relativ weit rechts, beim Solo dann deutlich mehr in der Mitte. In grau ist die Automationskurve für den Pegel zu sehen – beim Solo etwas lauter.

Diese beiden Beispiele haben wohl deutlich gemacht, was Automation ist und wie sie gewinnbringend eingesetzt werden kann. Man hat damit genau dann alles richtig gemacht, wenn der Zuhörer sie nicht bemerkt – er soll sich einfach nur an einer schönen Musik erfreuen ohne zu wissen und zu merken, was im Hintergrund alles geschehen ist.

Elektrische Schalltrichterbeleuchtung

Mittwoch, Oktober 28th, 2009

Über viele Jahrhunderte war die Schalltrichterbeleuchtung mit der Kerze der anerkannte Standard:

Schalltrichterbeleuchtung mit der Kerze

Schalltrichterbeleuchtung mit der Kerze

Fraglos hat diese Beleuchtung ihren Zweck – dem Instrument einen hellen Klang zu entlocken – erfüllt; die Handhabung jedoch war umständlich: Man musste Ersatzkerzen und Streichhölzer mitführen, beim Spiel im Freien musste es windstill sein und spätestens ab dem Forte bestand ständig die Gefahr, die Kerze auszublasen – und schlagartig hätte das Instrument dunkel geklungen, wahrlich kein Genuss für Musiker wie Zuhörer.

Wissenschaft und Forschung ist es aber nun endlich gelungen eine zeitgemäße elektrische Schalltrichterbeleuchtung zu entwickeln:

Schalltrichterbeleuchtung mit LEDs

Schalltrichterbeleuchtung mit LEDs

Die Vorteile liegen auf der Hand, denn alle bisherigen Probleme mit der Kerzenbeleuchtung sind entfallen: Wind spielt keine Rolle mehr, selbst ein Fortissimo ist kein Problem, der Klang bleibt immer hell. Des weiteren sind auch keine Ersatzmaterialien mitzuführen, die LEDs haben eine Lebensdauer von vielen Zehntausend Stunden und auf Grund des niedrigen Stromverbrauches halten auch die Batterien sehr lange.

Um die Verbreitung dieser modernen Idee zu beschleunigen wurde die Aktion “Ein Herz für die LED-Leuchte” ins Leben gerufen:

LED-Leuchte

LED-Leuchte

Bedauerlicherweise muss jedoch auch davon berichtet werden, dass in letzter Zeit die elektrische Schalltrichterbeleuchtungseinrichtungen mit LED vermehrt missbräuchlich dazu verwendet wurden um am Notenständer die Noten des zu spielenden Stückes zu beleuchten, insbesondere auf eher dunkel gehaltenen Bühnen. Das ist nicht akzeptabel, kann doch von jedem Musiker erwartet werden, dass er

  1. überhaupt keine Beleuchtung dafür mitführt,
  2. falls doch, diese auf eine Steckdose angewiesen ist (die mindestens 10m entfernt ist),
  3. kein Verlängerungskabel mitführt,
  4. falls doch, dann zumindest keinen Dreifachstecker (für Kollegen mit demselben Problem).

Es scheint doch eine sehr bequeme Lösung zu sein, eine elektrische Schalltrichterbeleuchtung für unter 20 Euro zu erwerben und diese dann als Pultleuchte zu missbrauchen.

Dekodieren von MS-Aufnahmen

Samstag, Oktober 24th, 2009

Eine MS-Aufnahme (Mitte-Seite-Stereofonie) anzufertigen ist kein übermäßiges Kunststück – aber was macht man dann damit? Am Ende braucht man ja ein ganz normales Stereosignal mit einem linken und rechten Kanal. Dazu muss die MS-Aufnahme dekodiert werden – hier werden dafür einige Beispiele gezeigt.

  1. Dekodieren mit einem Mischpult: In einem ersten Schritt wird dazu das Seitensignal mit invertierter Phasenlage benötigt. Dazu kann das Signal dieses Mikrofons gesplittet werden und auf zwei Eingangskanäle gelegt werden, bei einem der Kanäle wird die Phase gedreht – entweder über einen eventuell vorhandenen Schalter am Mischpult, sonst über einen Steckadapter mit Phasendreher. Liegt das Signal im Computer vor wird die Spur mit dem Seitensignal kopiert und dann diese Spur invertiert – das Ergebnis sieht so aus:
    MS-Dekodierung im Mischpult

    MS-Dekodierung im Mischpult

    Die oberste Spur ist das Mittensignal, dieses muss nicht behandelt werden. Die mittlere Spur ist das aufgenommene Mikrofon des Seitenkanals, die untere Spur ist eine Kopie davon, die invertiert wurde – was hier im Wellenbild nicht zu erkennen ist. Es liegen nun drei Monospuren vor, die alle auf eine Stereospur geroutet werden. Das Mittensignal wird dazu in die Mitte gepant, das originale Seitensignal hart nach links und das invertierte Seitensignal hart nach rechts.

    Panning bei der MS-Dekodierung im Mixer

    Panning bei der MS-Dekodierung im Mixer

    Das Ergebnis ist, dass auf dem linken Kanal der Stereospur nun M + S liegt und auf dem rechten Kanal der Stereospur M – S, bedingt durch die Invertierung – und gemäß des theoretischen Hintergrundes sind das genau der linke und rechte Kanal.
    Die Stereobreite kann über das Lautstärkeverhältnis von Mitten- und Seitenkanal geregelt werden.

  2. Dekodieren mit dem Logic Direction Mixer: In der DAW-Software Logic ist als Plugin u.a. der Direction Mixer vorhanden. Dieses Plugin kann ein MS-Signal in ein normales Stereosignal dekodieren. Dazu muss das Mittensignal auf dem linken Kanal, das Seitensignal auf dem rechten Kanal einer Stereospur vorliegen – heraus kommt ein normales Stereosignal. Dazu werden die aufgenommenen Spuren auf einen Bus geschickt und entsprechend gepant:
    Panning bei der MS-Dekodierung per Plugin

    Panning bei der MS-Dekodierung per Plugin

    Auf dem Bus kommt dann das Plugin Direction Mixer zum Einsatz:

    Direction Mixer als Plugin in Logic

    Direction Mixer als Plugin in Logic

    Der Regler “Spread” steuert, wie breit das Stereosignal ist, der Regler “Direction” gibt an, wo im Panorama die Mitte des Stereosignals sitzt.

  3. Dekodieren mit dem Voxengo MSED: Von Voxengo gibt es das Plugin MSED, das ebenfalls ein MS-Signal in ein normales Stereosignal dekodieren kann. Das Mitte-Signal muss auf der linken Spur vorliegen, das Seiten-Signal auf der rechten Spur; dies erfolgt wie im oberen Abschnitt beschrieben. Auf dem Ziel-Bus kommt dann das Voxengo-Plugin MSED zum Einsatz:
    MS-Dekodierung mit dem Voxengo-Plugin MSED

    MS-Dekodierung mit dem Voxengo-Plugin MSED

    Über den Pegel “Mid Gain” und “Side Gain” kann die Breite des Stereosignals geregelt werden.

Saxophonmikrofonierung

Donnerstag, Oktober 22nd, 2009
Saxophonmikrofonierung

Saxophonmikrofonierung

Live führt an einem Clipmikro beim Saxophon kaum ein Weg vorbei – ich habe noch keinen Saxophonisten gesehen, der völlig statisch auf der Bühne steht. Die Ausrichtung oben ist nicht optimal, da ein Saxophon auch über die Klappen viel Schall abgibt – aber eine saubere Spur ist’s geworden, vor allem ist nichts von dem dahinter stehenden lauten Drumset mit drauf.