Archive for the ‘E-Piano’ Category

Mikrofonierungstipps “Rockband”

Montag, Dezember 28th, 2009

Die hier gegebenen Tipps passen natürlich auch dann, wenn die Band Punk, Metal, Blues oder ähnliches spielt. Die typische Instrumentenausstattung dürfte in allen diesen Fällen meist Schlagzeug, E-Bass, ein oder zwei E-Gitarren und Gesang sein. Für eine Aufnahme, bei der alle simultan spielen, z.B. live, würde ich etwa wie folgt vorgehen:

  • Drumset:
    • Zwei Kleinmembrankondensatormikrofone als Overheadmikrofone, z.B. Beyerdynamic Opus 53, Rode NT 5, Haun MBC 660L
    • Ein (im Regelfall dynamisches Mikrofon als) Bassdrummikrofon, z.B. DAP DM-20, Shure Beta 91; optional ein Kickmic
    • Ein (im Regelfall dynamisches Mikrofon als) Snaremikrofon, z.B. DAP PL-07; optional ein zweites für die Unterseite
    • Optional Mikrofone an den Toms, z.B. Beyerdynamic Opus 87
  • E-Bass:
    • Entweder per eingeschleifter DI-Box oder per Line-Out aus dem Amp
  • E-Gitarre:
    • Ein dynamisches Mikrofon vor den Amp, z.B. Sennheiser e906
  • Gesang:
    • Ein (im Regelfall dynamisches Mikrofon als) Gesangsmikrofon, z.B. Beyerdynamic TG-X 48 (live)
    • Ein Großmembrankondensatormikrofon (Studio)

Die prinzipielle Vorgehensweise ist also, jede Schallquelle abzunehmen, wobei die Cymbals und eventuell auch die Toms von den Overheads eingefangen werden. Die ganz große Lösung wäre hier, jedes Tom und jedes Becken einzeln zu mikrofonieren, aber das ist nun wirklich nicht immer zwingend notwendig.

Mitunter ist noch ein Piano dabei, bei der Musikrichtung, um die es hier geht, wohl meist ein E-Piano. Dieses hat eigentlich immer einen irgendwie gearteten elektrischen Ausgang, der nutzbar ist: Optimal ist ein symmetrischer Line-Out, aber auch ein (unsymmetrischer) Kopfhörerausgang kann über eine DI-Box genutzt werden. Wenn das E-Piano ein Stereosignal liefert, dann sollte es auch stereo aufgenommen werden, dies hilft später im Mix. Hat das E-Piano ein MIDI-Out, dann sollte auch das MIDI-Signal aufgenommen werden, u.U. klingen virtuelle Instrumente der DAW besser als die Samples im E-Piano.

Zur Mikrofonierung gibt es des weiteren noch eine Sammelseite mit vielen Links – hier. Des weiteren hat dieses Blog auch eine Suchfunktion, über die man ebenfalls interessante Beiträge finden kann.

Keyboardabnahme

Mittwoch, September 30th, 2009

Beim Livemitschnitt neulich war bei einer Band auch ein Keyboard im Einsatz – es musste also alles so vorbereitet werden, dass in der knapp zehnminütigen Umbaupause schnell auch das Keyboard angeschlossen werden konnte.

Vorbereitung für die Keyboardabnahme

Vorbereitung für die Keyboardabnahme

Dazu wurde in der Nähe des Keyboardplatzes – in diesem Fall unter dem Schlagzeugpodest geparkt – die Verkabelung vorbereitet: Eine Stereo-DI-Box mit zwei Klinkenkabeln. Es zeigte sich, dass das Keyboard nur einen Kopfhörerausgang hatte, aber auch damit konnte man (dann nur mit einem Kabel) das Keyboard über die DI-Box problemlos abnehmen.

E-Piano und MIDI

Mittwoch, September 2nd, 2009

Häufig wird live kein “richtiges” Piano gespielt, sondern ein E-Piano. Das ist viel leichter zu transportieren und im Falle einer erforderlichen Verstärkung hat man garantiert keine Rückkoppelungsprobleme. Für die Aufnahme kann man das Line-Signal verwenden, entweder über eine externe DI-Box oder auch über einen eingebauten Direct-Out-Ausgang, was viele neueren E-Pianos haben.

E-Piano-Abnahme per DI-Box

E-Piano-Abnahme per DI-Box

Häufig bieten diese auch ein MIDI-Out an – was im Idealfall zusätzlich mit aufgenommen werden sollte; möglicherweise hat man aber ein Problem mit den Kabellängen, da MIDI-Kabel nicht wie ein Mikrofonkabel problemlos 30m lang sein dürfen.
Das MIDI-Signal ist wertvoll, weil u.U. die Pianoklänge in E-Pianos nicht besonders gut sind und manche DAW-Software bessere Klänge bietet. In einem solchen Fall verwendet man dann hinterher das MIDI-Signal und steuert damit in der DAW-Software ein virtuelles Piano.

E-Piano: Audio und MIDI

E-Piano: Audio und MIDI

Die oberen beiden Spuren zeigen das Audio-Signal aus dem Stereo-Line-Ausgang des E-Pianos, unten ist die MIDI-Spur zu sehen. In der Pianoroll sieht das so aus:

Pianoroll

Pianoroll

Hier ist gespeichert, wann welche Taste wie lange mit welcher Stärke gedrückt wurde. Wenn man das hat kann man sich natürlich auch die Noten anzeigen lassen:

Noten via MIDI

Noten via MIDI

Problematisch ist aber möglicherweise, dass bei einem Livemitschnitt der dortige Pianoklang in andere Mikrofone – z.B. die Schlagzeugoverheads – eingestreut hat und auch zu hören ist; möglicherweise ist dann das MIDI-Signal doch nicht verwertbar, weil sich die beiden verschiedenen Pianoklänge beißen.